Ein Schatten wollte einst
ins Licht,
doch dieses ging nun freilich nicht,
denn ist ein Schatten mal im Licht
dann sieht man diesen Schatten nicht
weil er nicht mehr ins Auge sticht
und sieht dafür nur mehr das Licht.
Der Schatten konnt’ es nicht ertragen,
dass dunkelhell die Dinge lagen,
und wollte nicht länger bestehn
Ohne den Quell des Lichts zu sehn,
das ihm seine Konturen gab.
So schaufelte er sich das Grab,
Im Lichte zwar, wo’s nicht so feucht
Und nicht so krabbelt, nagt und kreucht.
Doch weg ist weg, der Schatten bricht
Hält er die schwarze Seel’ ins Licht,
und auch im Dunkeln sterben Schatten,
die sich im Licht gebildet hatten.
Ach, wie man es auch dreht und wendet,
ob sehend, blind oder verblendet,
Die beiden können sich nicht sehn
Und müssen doch zusammen gehn.
Moral:
Das, was dem Auge unsichtbar,
ist unsichtbar nicht minder wahr,
und könnte man es wirklich sehn
müsste man selbst davor vergehn.