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Lied : Feuerschein

Es träumt im Feuerschein
Der kleine Feuerstein.
Ein glühend rotes Scheit
Erhellt die Dunkelheit,
er packt es mit der Hand
und wirft es in den Wald
und schon wird ihm ganz heiss und kalt.

Refrain:

Die Erde verbrennt, es verglimmt uns die Zeit
Doch die Asche macht uns nicht gescheit,
stets fangen wir Feuer und hängen am Scheit
als wär’s ein Funken Ewigkeit.

Sheer Kahn floh vor dem Licht
Nur Mowgli fürcht’ sich nicht,
er nahm das Feuer auf,
die Zeit nahm ihren Lauf,
auf seinem Feuerthron
schuf sich der Menschensohn
sehr bald die Zivilisation.

Prometheus nahm es mit,
hat’s auf der Leber dann,
der Ikarus, der litt,
als Flug zu Sturz gerann,
es will halt hoch hinauf
auf Feuerflügeln auch
des Feuers grauer Sohn, der Rauch

Es brannte lichterloh
Giordanos Glaubensschand,
verglühte ebenso,
die man Pucell’ genannt,
es scheiterte der Mensch
bei jedem Feuerschein
wollt’ er allein im Lichte sein.

Dann kam das Feuerrohr,
der Fortschritt schoss hervor,
zur Feuerdonnertauf’
rollten Kanonen auf,
was gross war, stolz und frei,
das schoss man kurz und klein,
So passt es in das Grab hinein.


Montségur brannte ab,
in Auschwitz gab’s kein Grab
und in Hiroschima
ward blind, wer etwas sah,
so wurde aufgeklärt
durch Donner, Blitz und Brand
wer die Erlösung selbst nicht fand.

Im mondnen Guernica,
in Dresden, siehe da,
dort ward auf einen Schlag
die Nacht zum hellen Tag,
Vom Himmel kam die Glut
Als in der Lichter Flut
Die schwarzen Eisenvögel schrien.

Der Mensch glaubt, er besitzt
Das Feuer, weil er schwitzt,
doch ist es umgekehrt,
weil dieses ihn verzehrt,
Wer zu besitzen glaubt
Ist auf der falschen Spur
und ist wohl der Besessne nur.

Die Wahrheit, die verkennt,
die Wärme, die verbrennt,
die glimmen hier und dort
noch heute in uns fort
und manchmal scheint es schon
als wär’ so’n Menschelein
nichts andres als ein Feuerstein


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